Der Schnitzer Gottfried Reichel

Am 12. Dezember 1997 wurde in Pobershau DIE HÜTTE mit der Dauerausstellung SKULPTUREN WIDER DAS VERGESSEN eröffnet. Der Leiter des Kirchlichen Kunstdienstes Sachsens, Pfarrer Joachim Schöne, Dresden, würdigte das Werk Gottfried Reichels. Auszüge seiner Rede:

Gottfried Reichel - Der Pobershauer

Ich sage - mit Bedacht - nicht: der Erzgebirgler. Zuviel Heimatliches, Heimeliges, längst nicht mehr Vorhandenes - wird mit diesem Namen verbunden. Es ist kein Geheimnis: Längst rauschen viele Wälder nicht mehr. Und in diesem kargen Land, voll mit harter Arbeit und oft ganz bitterer Not, konnten die Menschen nicht so gut wachsen, so wohlgestaltet sein, nicht zu groß und nicht zu klein… wie es in einem Heimatlied heißt.

Pobershau ist ein Beispiel dafür: Ein Erzgebirgsdorf, zusammengewachsen aus vier kleinen Gemeinden, in der recht unterschiedliche Herrschaften das Sagen hatten. »Im 15. und 16. Jahrhundert hatte der Silberbergbau seine Blüte in Pobershau.« Gewiß - aber wer hat diese Blüten gepflückt? Die Herren der Reißbrett-Stadt Marienberg vielleicht, deren kostbar schönes Rathaus, dessen mächtig und auch behütend aufgerichtete Marienkirche dafür Zeugen sein könnten. Oder - vermutlich - viel Mächtigere in dem damals unerreichbaren Dresden.