Die Hütte - Ein Bericht

Manfred Gottschall, einer der mit der Gestaltung des Raumes befaßten Architekten, erzählte mir, daß er z. Zt. vom Regierungspräsidium beauftragt worden sei, in Pobershau eine Ausstellung mit erzgebirgischer Schnitzerei einzurichten – und wie lang es gedauert habe, bis er begriff, was das eigentlich war, was ich da in meinem Leben zusammengeschnitzt hatte.

Es fällt heraus aus dem Rahmen unserer üblichen – normalen – Volkskunst. Natürlich liegen auch meine Wurzeln in dieser alten, einst aus bedrückender Not heraus entstandenen Tradition unseres Erzgebirges. Ich bin nur eigene Wege gegangen.

Nun will ich hier nicht eigenes Tun beschreiben oder gar rechtfertigen, sondern vielmehr Besucher zu Wort kommen lassen, ob und inwieweit sie mein Anliegen haben aufnehmen können und wie sie damit zurande gekommen sind.

Das Gästebuch gibt Auskunft. Da war viel Zuspruch gleich am Anfang: »Eine Ausstellung, die ermahnt, bewegt, beglückt – und Wissen vermittelt.« Oder: »Es ist zu wünschen, daß die Ausstellung nicht nur die Augen, sondern auch die Gedanken und Herzen der Besucher anspricht und bewegt«. Das ist gewiß auch mein eigenes Sehnen und Wollen. Geht es mir doch nicht darum, eine liebliche, heile Welt vorzugaukeln, sondern vielmehr – wie die Bibel – Unheil und Schuld als irdische Realität zu benennen, aber auch Wege des Heils und der Vergebung aufzuzeigen – und daß es Zwiesprache gibt zwischen Betrachter und Holz: »Die Figuren ließen mich ganz still werden und suchen – wo stehe ich?«

»Gott meint uns heute« steht auf dem mit dem Zeichen des Kreuzes gestalteten Wandbehang hinter der großen Gruppe »Menschen im Warschauer Getto«.

Dazu dieser Eintrag:

             Erinnert in der Welt an die Kinder, erinnert,
             erinnert an die noch nicht geborenen
             und doch getöteten,
             erinnert an die mit den Müttern erstickten –
             in der Mütter Schoß!