Menschen im Warschauer Getto

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Die Schnitzgruppe MENSCHEN IM WARSCHAUER GETTO steht im Zentrum der »Hütte« in Pobershau, die das Lebenswerk Gottfried Reichels in einer Dauerausstellung zeigt.

Dafür ist dieses Haus, zugleich eine Begegnungsstätte, durch Initiative und Beharrlichkeit von Bürgermeister Christoph Kraus eigens erbaut worden.

Die sechsunddreißig Bildwerke werden dort - würdig und eindrücklich in unsere Gegenwart gestellt - zu SKULPTUREN WIDER DAS VERGESSEN. Selbst der Betrachter dieses Bildbandes wird sich den starken Eindrücken nicht entziehen können.

Angeregt wurde diese Arbeit durch ein schmales, kürzlich neu erschienenes Buch: Joe J. Heydecker »Das Warschauer Getto / Fotodokumente eines deutschen Soldaten aus dem Jahr 1941« (dtv Nr. 10247). Nach diesen Motiven hat Gottfried Reichel seine Skulpturen frei gestaltet.

Zur Geschichte des Warschauer Gettos

Mitte Oktober 1940 wird ein Stadtbezirk in Warschau zum »jüdischen Wohngebiet« erklärt, am 15. November werden Sperren an allen Zugangsstraßen errichtet und das Gebiet mit Stacheldraht und Zäunen abgeriegelt.

Die Einwohnerzahl steigt sprunghaft von 160.000 auf 430.000. Um diese Zeit gibt es für Juden amtlich 1 kg Brot wöchentlich sowie monatlich 250 g Zucker, 100 g Marmelade und 50 g Fett. Das sind täglich 184 Kalorien - die Deutschen in Warschau erhalten 2.310 Kalorien. Hunger und Typhus raffen Tausende Juden dahin.

Bis zum Sommer 1941 wird um den ganzen Bezirk eine Ziegelmauer gebaut: 16 km lang, 3 m hoch, 1 Ziegelstein dick. Die große Liquidierung des Gettos dauert vom 22. Juli bis 13. September 1942. Täglich gehen die Viehwagen-Transporte mit jeweils 6.000 Juden vom sogenannten Umschlagplatz direkt zu den Gaskammern von Treblinka.

Am 19. April 1943 beginnt der Aufstand der überlebenden Bewohner - er dauert bis zum 16. Mai. An diesem Tag meldet der SS-Obergruppenführer Stroop dem Führer: »Das ehemalige jüdische Wohnviertel in Warschau besteht nicht mehr!«

Die Bilanz: Mehr als eine halbe Million Tote allein in Warschau, darunter etwa 130.000 Kinder. Erschlagen, erschossen, erfroren, verhungert, zu Tode gefoltert, vergast und verbrannt.

Im Namen des Deutschen Volkes!