Motiv Schönheit

Die Landschaftsbilder von Martin Tille

Die Ehrung des Malers Martin Tille in Marienberg anlässlich seines 125. Geburtstages 2008 kam einer Wiederentdeckung gleich. Der Künstler war nach seinem Tod 1956 nahezu in Vergessenheit geraten, nun aber fanden die umfangreiche Ausstellung seiner Bilder und Grafiken in drei Häusern und die begleitenden Veranstaltungen eine außergewöhnliche öffentliche Resonanz.

Dieses Interesse an Tilles Bildern ist gewiß ihrer landschaftlichen Beziehung zu Marienberg und der Umgebung der Stadt zu danken. Seine Malermotive von Stadt und Land, der Dörfer und der Berge rückten die stille und herbe Schönheit der Erzgebirgslandschaft auf vielfältige Weise ins Blickfeld. Ebenso offenbarte allerdings die Ausstellung mit den wieder ans Licht gebrachten Bildern – jahrelang hatten sie entweder im Verborgenen oder in privater Intimität existiert – die Bedeutung Martin Tilles als einer der ersten Landschaftsmaler des Erzgebirges. In der Umgebung seiner Bilder wurde man eigentlich erst jetzt darauf aufmerksam, dass vor Tilles Wirken das Erzgebirge in der Landschaftsmalerei fast keine Rolle spielte und dass dieser Marienberger Kunstlehrer und Maler zumindest zu den Entdeckern der Bildwürdigkeit des Erzgebirges gehörte.